“Yes She Can – Frauen verändern die Welt”: Eine Doku über (fehlende) Gleichberechtigung

3. Mai 2021
Das mit der Gleichberechtigung ist so eine Sache. Während die Bubble längst alles erklären und darüber diskutieren kann, trauen sich andere gar nicht erst zu fragen. Umso wichtiger ist es, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, worum es dabei geht. Um uns alle nämlich. Deshalb darf man auch nicht müde werden, dieselben Diskussionen immer wieder zu führen, sie gleichzeitig inklusiver und zugänglicher zu machen. 
„Yes She Can – Frauen verändern die Welt“ gibt einen guten Überblick
In meinen Augen hat die Dokumentation “Yes She Can – Frauen verändern die Welt” eine gute Balance geschafft. Ich persönlich wusste viele Dinge bereits, habe aber auch Neues gelernt. Noch nie zuvor hab ich von “Hepeating” gehört – einer Kombination aus den englischen Begriffen “He” und “Repeating”. Es beschreibt das Phänomen, wenn ein Mann etwas wiederholt, das zuvor von einer Frau gesagt wurde, dass es dann erst wahrgenommen und angenommen wird. 
Man lernt nie aus, selbst innerhalb der feministischen Bubble. Und so hat es die Doku geschafft, zahlreiche Fragen zu beantworten und Dinge so zu erklären, dass man sie gar nicht mehr missverstehen kann. Bei der Frauenquote geht es also nicht darum, random Frauen auf der Straße anzusprechen und dann Führungspositionen mit ihnen zu besetzen – immerhin gibt es mehr als genug qualifizierte Frauen. Man muss nur die Augen offen halten.
Und am besten auch die Ohren. Die Protagonist:innen erklären anhand von unterschiedlichen Beispielen, in welchen Bereichen sie oder andere Frauen benachteiligt werden und wie sie sich für Gleichberechtigung engagieren. Die Hebel und Möglichkeiten sind dabei so unterschiedlich wie die Erzähler:innen selbst. 

Allen voran Tijen Onaran. Sie ist Gründerin von Global Digital Women, Moderatorin, Autorin und Host unseres Podcasts HOW TO HACK. Es gehe nicht nur um Gleichberechtigung, sondern auch um Chancengleichheit. Darum, dass wir alle dieselben Grundvoraussetzungen benötigen, um uns gleichberechtigt entwickelt zu können. 
Während des Schauens habe ich alle möglichen Emotionen gefühlt
Während der gesamten 58 Minuten habe ich eine kleine Achterbahnfahrt der Emotionen gemacht. Ich war und bin immer noch beeindruckt von der Sorgfalt, Intensität und Zugänglichkeit aller Inhalte. Ohne, dass die Doku zu Basic war, hat sie sowohl die Grundlagen als auch praktische Lösungsansätze gezeigt. Gleichzeitig war ich motiviert, erschüttert und hätte stellenweise heulen können. Weil mir mal wieder klar wurde, wie viel es noch zu tun gibt. Wie viel wir alle noch tun müssen, dass wir in Zukunft gleichberechtigt sein werden. 
Tijen sagt, dass es ihre Arbeit in einer perfekten Welt nicht bräuchte. Also auch diese Doku nicht. Die Realität zeigt allerdings, dass es sie definitiv braucht. Deshalb möchte ich „Yes She Can – Frauen verändern die Welt“ auch empfehlen. Es geht nämlich darum, dass wir alle von Gleichberechtigung profitieren können. 
Die Dokumentation „Yes She Can – Frauen verändern die Welt“ ist seit 1. Mai auf Amazon Prime zu sehen.

Author: James Fond