Wegen einer VHS-Leihkassette: Frau wird 21 Jahre per Haftbefehl gesucht

27. April 2021
Bei einigen Jobs fragen Arbeitgeber:innen nach einem polizeilichen Führungszeugnis der Bewerber:innen. Solange man sich als Bewerber:in keine größeren Gesetzesbrüche erlaubt hat, sollte das allerdings die kleinste Hürde im Bewerbungsprozess darstellen. Doch was, wenn man seit 21 Jahren per Haftbefehl gesucht wird und nichts von alldem weiß?
Eine Frau aus Texas wollte nach ihrer Hochzeit eigentlich nur ihren Nachnamen im Führerschein ändern lassen. Doch als sie per Mail ein Termin bei der Behörde beantragte, antwortete die Behörde, dass sie noch in einen laufenden Fall in ihrer Heimatstadt Norman in Oklahoma verwickelt sei, wie FOX25 berichtet.
Als Caron McBride dann bei den zuständigen Behörden anrief, erzählte ihr die Staatsanwaltschaft, dass gegen sie seit März 2000 ein Haftbefehl wegen Veruntreuung von Mietsachen vorliegt.
„Sie sagte mir, dass es wegen einer VHS-Kassette war. Ich bat sie, das zu wiederholen, weil ich dachte, dass das nicht wahr sein kann. Ich dachte, diese Frau verarscht mich. Doch sie hat mich nicht verarscht“, so McBride gegenüber FOX25.

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Wegen fälschlichem Haftbefehl aus Jobs gekündigt?
Allerdings soll die Frau selbst den Film „Sabrina the Teenage Witch“ weder aus einer Videothek ausgeliehen noch gesehen haben. Sie habe in Norman im Jahr 1999 allerdings mit einem jüngeren Mann zusammen gelebt, der mehrere Kinder hatte. McBride vermutet, er habe den Film damals ausgeliehen und wahrscheinlich nie zurückgebracht.

Remember these? Yeah, that’s a VHS tape.TONIGHT- an Oklahoma woman is trying to clear her record after learning she was charged w/ felony embezzlement for never returning ‘Sabrina the Teenage Witch’ on VHS tape from a ‘Movie Place’ 21 YEARS AGO. Hear from her on @OKCFOX at 9. pic.twitter.com/CE4aModOhI
— Erika Stanish (@Erika_Stanish) April 22, 2021

Caron McBride berichtet außerdem, dass sie in den letzten 20 Jahren regelmäßig ohne Begründung aus ihrem Job gekündigt wurde. Sie vermutet heute, dass ihre Arbeitgeber:innen ihr polizeiliches Führungszeugnis gecheckt haben und dabei auf den Haftbefehl und die Veruntreuung von Mietsachen gestoßen sein könnten.
Die betroffene Videothek „Movie Place“ in ihrer Heimatstadt ist schon seit 2008 geschlossen. Geschädigte gibt es also nicht mehr.
Die gute Nachricht: Nach einer Anfrage des Portals soll die zuständige Staatsanwaltschaft die Anklage erneut überprüft und anschließend fallen gelassen haben.

Author: James Fond