Nachhaltigkeits-Aktien: 3 Gruppen von Unternehmen, die in Zukunft stark gefragt sind

Maarten Bloemen, Franklin TempletonNachhaltiges Investieren hat in den vergangenen fünf Jahren ein beträchtliches Wachstum erlebt. Anzeichen einer Verlangsamung des Trends sind nicht zu erkennen; das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Nachhaltigkeitsthemen wird immer ausgeprägter. In Europa, Nordamerika und Australien nimmt deshalb das Volumen der in nachhaltigen Anlagen allokierten Vermögenswerte stetig zu. Auch Asien holt auf und hat nach Morningstar-Angaben insgesamt größere Mittel als jede andere Region im Nachhaltigkeitsbereich investiert. Vor diesem Hintergrund verzeichneten allein im Jahr 2020 Fonds, die thematisch auf den Klimawandel ausgerichtet sind, einige der höchsten Zuflüsse von Investorengeldern; teilweise befeuert durch staatliche Anreize, die auf nationale Klimaschutzziele ausgerichtet sind.Das dynamische, robuste Wachstum deutet für uns auf einen deutlichen Wandel in der Einstellung von Anlegern und Unternehmen zu ökologischen, sozialen und Governance-Faktoren (ESG) hin. Es wird nur noch vereinzelt diskutiert, ob die Integration von ESG-Überlegungen in aktiv gemanagte Strategien zu positiven Ergebnissen für die Umwelt führen kann – ohne Renditeeinbußen für die Anleger. Wir haben festgestellt, dass sich die beiden Ziele nicht gegenseitig ausschließen und sich oft sogar ergänzen.Politische Regulierung gibt den Weg vorDie Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Pandemieausbruch führten dazu, dass der politische Fokus bei der Bewältigung der weltweiten Klima-Herausforderungen im Jahr 2020 in den Hintergrund treten musste. Trotz eines globalen Rückgangs der CO2-Emissionen um 6 Prozent im Jahr 2020 – bedingt durch die Lockdowns waren beispielsweise in den nördlichen Regionen Indiens zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder die Gipfel des Himalayas zu sehen – bleiben die drängenden globalen Klimaprobleme unverändert bestehen: Die Wirtschaftstätigkeit nimmt aufgrund der Impfkampagnen wieder kräftig Fahrt auf, derweil die Weltbevölkerung wächst. Insgesamt steht der Planet vor gewaltigen Herausforderungen, um die Ziele des Pariser Abkommens von 2015 zu erreichen, in dem sich die Regierungen verpflichtet haben, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.Ungeachtet der weltweiten Anstrengungen sind seit 2015 die CO2-Emissionen kontinuierlich gestiegen, weist unter anderem das Climate Action Tracker Project nach. Die Unterzeichner des Pariser Abkommens wissen, dass verstärkte Maßnahmen erforderlich sind. Daher haben sich die weltweit größten Volkswirtschaften, darunter die USA, China, Japan, das Vereinigte Königreich und die Europäische Union, zu neuen Netto-Null-Zielen verpflichtet.Sofern die Regierungen ihre national definierten Beitragsziele (Nationally Determined Contributions, NDCs) tatsächlich erreichen wollen, erwarten wir in Zukunft verstärkte politische Maßnahmen mit rigideren Klimarahmenbedingungen; etwa Vorgaben für Unternehmen, ihre CO2-Emissionen zu verringern. Diese können Auflagen im Hinblick auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe, aber auch Steuern auf den CO2-Ausstoß sowie Programme zum Handel mit Abgaszertifikaten und Emissionsgutschriften beinhalten.

Author: James Fond