Nach Wirtschaftskrisen: So haben sich Aktienmärkte seit 2003 entwickelt

Sarah Steiner (Redakteurin) // 26.05.2021

Aktuell ist die Stimmung an den Finanzmärkten gut. Doch lohnen sich Investments? Sven Lehmann vom Multi-Family-Office HQ Trust hat analysiert, wie sich Börsen seit 2003 in verschiedenen Konjunkturzyklen entwickelt haben.

Aktuell ist die Stimmung an den Börsen gut. Doch das ist nicht immer so. Wie sich die Aktienmärkte historisch betrachtet in den Phasen Erholung, Euphorie, Abkühlung und Depression entwickeln, hat Sven Lehmann, Fondsmanager beim Multi-Family-Office HQ Trust, untersucht. Lehmann betrachtet in seiner Analyse den Stimmungsindikator des Analysehauses Sentix und die künftige Drei-Monats-Performance des marktbreiten Aktienindex MSCI ACWI und der Anlageregionen Eurozone, USA und Japan. Die Performance der jeweiligen Regionen vergleicht der Fondsmanager mit historischen Daten, wobei Anlageregionen nicht immer zu gleichen Zeit in der gleichen Phase sind.
Lehmanns Analyse zufolge entwickelten sich Aktienmärkte am besten in der Phase Erholung, wenn die aktuelle Lage noch negativ gesehen wird, aber die Erwartungen schon positiv sind. Hier erzielte der MSCI ACWI im Schnitt in den drei folgenden Monaten einen Mehrertrag von 5,3 Prozent. Am schlechtesten schnitten Aktien in der Phase Abkühlung ab. Da ist die aktuelle Lage noch positiv, aber die Erwartungen negativ. Im Schnitt entwickelte sich der MSCI ACWI 2,8 Prozent schlechter als im langfristigen Mittel. Besonders schlecht schnitten in dieser Phase europäische Aktien ab. US-Titel schlugen sich deutlich besser. 
In der aktuellen Euphoriephase, die in allen Regionen am häufigsten auftritt, war in der Vergangenheit in keiner Region ein größerer Mehrertrag drin: Der MSCI ACWI übertraf in den folgenden drei Monaten den langfristigen Schnitt gerade mal um 0,1 Prozent. In der Depression, in der die aktuelle Lage und die Erwartung negativ eingeschätzt werden, unterscheiden sich die Regionen in Lehmanns Analyse am stärksten: Während europäische Aktien im Schnitt einen Mehrertrag von 2,7 Prozent erzielten, kamen US-Papier im Vergleich zu ihrer Historie auf einen Minderertrag von 3,0 Prozent.
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Author: James Fond