Megatrends als Renditetreiber: Umbruchsorgen? Wachstum voraus!

 Axelle Pinon, CarmignacE-Commerce, Medizinroboter und E-Mobilität – um nur einige Beispiele zu nennen: Eine Vielzahl technologischer Entwicklungen stellt traditionelle Geschäftsmodelle infrage.Was bedeutet dieser Wandel für langfristig orientierte Anleger? Und wie können David Older und sein Team aus dem Fondsmanagement des globalen Aktienfonds Carmignac Investissement Nutzen aus der Disruption ziehen? „Aus Erfahrung wissen wir, dass eine fundamentale Verschiebung immer auch großes Potenzial birgt“, erläutert Axelle Pinon, Equity Product Specialist Manager bei Carmignac. „Unternehmen, die in der Lage sind, den Fortschritt voranzutreiben oder sich daran anzupassen, bieten Wachstumschancen für Investoren.“ Older und sein Team konzentrieren sich dabei vor allem auf Unternehmen, die aufgrund ihres Geschäftsmodells in jedem makroökonomischen Umfeld gut performen und Gewinne erzielen können − selbst in Zeiten steigender Inflationsraten.Das Fondsmanagement orientiert sich an vier Trends: Vernetzte Verbraucher, digitale Wirtschaft, Gesundheitsversorgung und Klimawandel. Sie stehen im Fokus der Investitionsstrategie des Carmignac Investissement und machen zusammen etwa 90 Prozent des Portfolios aus.Quelle: Carmignac; andere Themen: 9 Prozent. Stand: 26. Februar 2021„Wir beobachten schon seit einiger Zeit, dass sich das Konsumverhalten dramatisch verändert hat“, kommentiert Pinon. „Vom Essen bestellen übers Nachrichten checken bis zum Investieren: Viele Verbraucher erledigen mittlerweile nahezu alles per Smartphone. Wir haben unsere Investitionsstrategie dementsprechend angepasst.“ Doch obwohl gerade im Bereich E-Commerce angesichts immer neuer Lockdowns ein immenser Zuwachs verzeichnet wurde, ist das Fondsmanagement der Ansicht, dass diese Branche ihren Zenit noch nicht erreicht hat. Der Grund: Die Marktdurchdringung befindet sich weiterhin auf einem niedrigen Level, sodass es weiteres Wachstumspotenzial gibt. Außerdem steigen die Gewinnspannen und infolgedessen der Monetarisierungsgrad der E-Commerce-Anbieter, die dadurch Mittel an die Hand bekommen, um  in den kommenden Jahren weiter zu wachsen.Authentizität und Erlebnis im PremiumsektorDoch auch abseits des E-Commerce wird die Digitalisierung unser tägliches Leben künftig noch stärker verändern. Ein Bereich, in dem es während der Pandemie steil bergauf ging, ist E-Learning. „Unserer Ansicht nach wird der Trend zum digitalen Lernen auch dann anhalten, wenn die Schulen und Universitäten wieder vollständig geöffnet sind. Da viele Studenten die Vorteile der Online-Kurse erkannt haben, gehen wir nicht davon aus, dass der ausschließliche Offline-Betrieb, wie er vor der Pandemie Standard war, in seiner Reinform noch einmal zurückkehren wird.“Andere interessante Entwicklungen im Bereich Verbraucher sind Plattformen wie Etsy, die kreative, handgemachte Produkte anbieten und damit das Bedürfnis nach Authentizität stillen. „Wir beobachten, dass Kunden nach wie vor nach Einzigartigkeit streben. Das ist genau das, was auch Luxusgüterhersteller bieten“, erklärt Pinon. „Firmen wie Hermès machen es ihren Kunden beispielsweise absichtlich schwer, an eine ihrer exklusiven Taschen zu kommen. Einige der Modelle kann man nicht einfach online kaufen, sondern es braucht eine längere Geschäftsbeziehung mit Hermès.“ Unternehmen wie Ferrari setzen wiederum auf Augmented Reality, um ihren Kunden das bestmögliche Shoppingerlebnis und einen lebensechten Eindruck des Produkts zu bieten.Cloud-Lösungen als WachstumstreiberEin weiterer großer Trend ist die Digital Economy. Laut Microsoft-CEO Satya Nadella lag der Anteil von Tech-Ausgaben am globalen Bruttoinlandsprodukt 2020 bei 5 Prozent und wird sich im Laufe der kommenden zehn Jahre verdoppeln. Auch diese Entwicklung hat sich im Laufe der Pandemie beschleunigt und dürfte dafür sorgen, dass die Nachfrage nach Cloud-Technologie enorm steigt. „Aus diesem Grund sehen wir Cloud-Lösungen als größten Wachstumstreiber im Tech-Sektor“, blickt Pinon voraus. „Es ist zu erwarten, dass der Großteil des Wachstums wie so oft an den größten Provider geht.“ Grund dafür seien Skaleneffekte, Funktionalität und die Möglichkeit, für (viel) Geld Cyber-Sicherheit einkaufen zu können – eines der Schlüsselthemen, mit denen man Verbraucher für sich gewinnt.Ein weiterer Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg liegt in der Vernetzung von Daten zur Verbesserung des eigenen Geschäftsmodells. Bestes Beispiel ist der Streamingdienst Netflix, der dank seines direkten Zugangs zu den Film- und Serienvorlieben seiner Nutzer in der Lage ist, zielgerichtet zu investieren – ein großer Vorteil gegenüber der traditionellen Filmbranche. „Um die Chancen der neuen Technologie bestmöglich zu nutzen, hat auch unser Fondsmanager David Older Big Data-Analysen in den Research-Prozess integriert.“  

Author: James Fond