Leichte Erholung nach dem Corona-Tief: Dax-Unternehmen zahlen wieder höhere Dividenden

Die Dividenden erholen sich nach dem Corona-Einbruch weniger schnell als die Kurse. Das ist ein Ergebnis der Dividendenstudie, die der Investor und Autor Christian Röhl in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und dem Institute for Strategic Finance an der FOM Hochschule veröffentlicht hat. Die Auswertung basiert auf den per 31. März vorliegenden Ankündigungen der Unternehmen.Demnach ist der Anteil der Dividendenzahler im Dax im Vorjahresvergleich von 65 Prozent auf 75 Prozent gestiegen – bleibt jedoch deutlich unter früheren Bestmarken. Im vergangenen Jahr war das Dividendenvolumen um 18 Prozent eingebrochen.Dividendenzahlungen 2003 bis 2021Unternehmen in Dax, MDax und SDax

Grafik: DSW >> vergrößernDer Auswertung zufolge werden die 160 Unternehmen aus Dax, MDax und SDax in diesem Jahr insgesamt etwa 44,7 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten – ein Anstieg von knapp 5 Prozent gegenüber Vorjahr. Mit 0,4 Prozent auf 34,3 Milliarden Euro fällt dabei der Zuwachs im Leitindex am geringsten aus. Zwar hebt die Hälfte aller Dax-Mitglieder die Dividende an, allerdings gibt es bei Großzahlern wie Bayer und Siemens Abschläge.
Die Volumen-Zuwächse in MDax und SDax fallen deutlich höher aus. So gibt es laut Studie bei Unternehmen im MDax ein Plus von 14 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro, beim SDax sind es sogar 50 Prozent auf 3 Milliarden Euro. Grund dafür seien aber Einzelfälle, im SDax etwa der abgestiegene Medienkonzern RTL. Im MDax sorgen Freenet, Aroundtown, Porsche sowie Dax-Absteiger Beiersdorf für das Plus.Dividenden-König bleibt mit einer gegenüber dem Vorjahr unveränderten Ausschüttungssumme von etwa 4 Milliarden Euro der Versicherer Allianz. Auf Platz zwei folgt mit 3 Milliarden Euro BASF. Knapp an der Drei-Milliarden-Euro-Grenze schrammt Siemens vorbei. Der Konzern landet auf Rang drei. Die stärksten Anhebungen im Dax gab es bei Daimler (50 Prozent), der Post (17 Prozent), SAP (17 Prozent), Deutsche Wohnen (14 Prozent) und Fresenius Medical Care (12 Prozent).Großteil der Ausschüttungen fließt ins AuslandDie Ausschüttungsquote, also der Teil des Gewinns, der an die Anteilseigner ausgegeben wird, habe in den Auswahlindizes mit einem Durchschnitt von 42 Prozent wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht, so die Studienautoren. Im vergangenen Jahr war die Quote auf 38 Prozent gefallen. „Das belegt, dass die Unternehmen wieder positiver in die Zukunft blicken“, sagt DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Dabei sei es wichtig, dass die Dividende auch tatsächlich verdient und nicht aus der Substanz gezahlt werde.Ein Ärgernis bleibe aber, dass nach wie vor ein Großteil der Ausschüttungen ins Ausland fließe. „Es wäre wünschenswert, wenn mehr Deutsche zumindest einen Teil ihres Geldes in Aktien anlegen“, so der Verbandschef. „Dann würden auch hierzulande mehr Sparer von den Ausschüttungen der deutschen Aktiengesellschaften profitieren.“

Author: James Fond