Globale Trendwende beim Investieren: 4 Gründe für nachhaltige Anlagen

1. Physische Risiken – das Risiko von Katastrophen einpreisenWie sich der Klimawandel auf die Umwelt auswirkt, ist für Unternehmen und Anleger auf der ganzen Welt von entscheidender Bedeutung. In den kommenden Jahrzehnten werden sich Anleger voraussichtlich mit den Folgen von steigenden Meeresspiegeln und Extremwetterereignissen herumschlagen müssen. So wird es wohl häufiger zu Orkanen, Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen und Waldbränden kommen. Über die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandprodukts hängt direkt oder indirekt von der Natur ab – von den physischen Auswirkungen des Klimawandels könnten also alle Anlageklassen auf der Welt betroffen sein.2. Regulierungen – Unternehmen wandeln sich, um neuen Anforderungen zu entsprechenDer Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft wird zum Teil durch staatliche Vorschriften in Bezug auf Treibhausgasemissionen geprägt sein: Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle anpassen, um Klimaschutzzusagen, die Regierungen machen, erfüllen zu können.2020 haben sich die Europäische Union, China, Japan und Südkorea dazu verpflichtet, bis zur zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts nicht mehr Treibhausgase auszustoßen, als sie der Atmosphäre entziehen. Die USA sind dem Pariser Klimaabkommen Anfang 2021 wieder beigetreten, womit die Anzahl der Staaten, die entweder darüber nachdenken, sich zu einer kohlenstoffneutralen Wirtschaft zu verpflichten, oder dies bereits tun, auf 127 gestiegen ist, wie Blackrock-CEO Larry Fink in seinem diesjährigen Brief an die CEO berichtete.Viele Staaten haben Strafen oder Anreize eingeführt, so etwa CO2-Steuern und Steuererleichterungen, und weltweit wurden bereits mehr als 2.100 Gesetzesvorhaben in Zusammenhang mit dem Klimawandel auf den Weg gebracht. Diese Regulierungsflut wird in allen Anlageklassen erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf die Bewertungen nach sich ziehen. So könnten Unternehmensbilanzen um etwa 900 Milliarden US-Dollar ärmer werden, wenn Regierungen ihre Restriktionen zur Eindämmung der Erderwärmung konsequent durchsetzen – dies entspricht laut „Financial Times“ in etwa einem Drittel des aktuellen Wertes der größten Öl- und Gasunternehmen.3. Innovationen – Technologien und Geschäftsfelder, die eine CO2-arme Wirtschaft ermöglichenWir sind davon überzeugt, dass sich bei Technologien, die den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ermöglichen, Chancen eröffnen können, wie es sie nur selten binnen einer Generation gibt. Die strengere Klimapolitik und die höheren Ansprüche von Verbrauchern werden Durchbrüche in Branchen wie den erneuerbaren Energien bewirken, die wiederum die Produktion ankurbeln und die Nutzung steigern können. Eine neue Generation junger Unternehmen, die auf grüne Energien setzen, findet zunehmend ihren Weg an die Aktienmärkte.Innovationen ermöglichen es Anlegern auch zu erkennen, wo in traditionellen Branchen Potenzial für differenziertes Gewinnwachstum steckt. Das Indexunternehmen MSCI beispielsweise nutzt Patente im Bereich sauberer Energien, um potenzielles künftiges Gewinnwachstum in Sektoren zu prognostizieren. Das MSCI-Research legt nahe, dass in den CO2-intensivsten Branchen (Versorger, Roh- und Grundstoffe, Energie) diejenigen Unternehmen mit den meisten Patenten im Bereich grüner Energien auch tendenziell das stärkste Gewinnwachstum aufweisen, wie der Index-Anbieter MSCI belegen kann.4. Präferenzen – die Nachfrage der Verbraucher und Anleger nach NachhaltigkeitEine Vielzahl von Umweltkatastrophen in Verbindung mit dem Klimawandel – Waldbrände in Australien und Kalifornien, historische Hitzewellen in Europa, schwere Überschwemmungen in Südasien – führt sukzessive dazu, dass sich die Einstellung der Gesellschaft zu Nachhaltigkeit und der Stellenwert, den die Bedrohung durch den Klimawandel einnimmt, verändern. Dies insbesondere bei jungen Menschen, denen die Gefahr besonders groß erscheint. Fast zwei Drittel von mehr als 1,2 Millionen kürzlich befragten Menschen schätzen den Klimawandel als globalen Krisenfall ein, zeigt eine Umfrage, die von der Organisation Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in Auftrag gegeben wurde.Das wachsende Bewusstsein für die Bedrohung durch den Klimawandel führt auch dazu, dass Verbraucher und Anleger zunehmend Unternehmen und Marken dazu auffordern, ihren Beitrag zu leisten und die von ihnen ausgehenden Umweltbelastungen zu reduzieren. Blackrock geht davon aus, dass Unternehmen, die darauf nicht reagieren, mit potenziellen Reputationsverlusten rechnen müssen.Deutlich wird: Bereits jetzt passen sich Unternehmen schnell an Vorgaben von Wettbewerbern an, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Author: James Fond