Facebook will wissen, ob ihr Artikel vor dem Teilen auch wirklich gelesen habt

11. Mai 2021
Wir waren schon vor Jahren total damit einverstanden, dass Facebook vor allem über Zukäufe und eifrige Feature-Kopiererei von sich reden macht. Denn wer fast 44 Prozent der Weltbevölkerung im Mega-Ökosystem aus Facebook, Whatsapp, Instagram und Messenger hält, muss vielleicht nicht mehr selber cutting-edge sein, sondern vor allem den Vorsprung verwalten.
Aber mit großer Power kommt ja bekanntlich auch große Verantwortung. Facebook hat wohl aus alten Fake-News-Problemen gelernt und will jetzt in einem neuen Feature von der Nutzer:innenschaft wissen, ob sie einen Artikel auch wirklich vor dem Teilen gelesen hat – oder ob man sich von einer catchy Headline hinreißen lässt, ohne den genauen Inhalt zu kennen.

Starting today, we’re testing a way to promote more informed sharing of news articles. If you go to share a news article link you haven’t opened, we’ll show a prompt encouraging you to open it and read it, before sharing it with others. pic.twitter.com/brlMnlg6Qg
— Facebook Newsroom (@fbnewsroom) May 10, 2021

Interessant ist, dass Facebook zur Verkündung des neuen Features auf Twitter gegangen ist – der Plattform, die bereits vergangenen September mit einer ähnlichen Idee für mehr Nachvollziehbarkeit und weniger Schnellschüssen sorgen wollte.
Es wird weiterhin möglich sein, ohne Lesen oder zumindest Überfliegen eines Artikels diesen zu teilen. Allerdings soll die Verzögerung wenigstens für kurzes Innehalten sorgen. Und Twitter hat einigermaßen gute Erfahrungen mit der kurzen Aufforderung gemacht: Laut Thread haben 40 Prozent der Nutzer:innenschaft nach dem Hinweis tatsächlich erst den betreffenden Artikel geöffnet, dann geteilt.

Klingt nicht verkehrt. Kleiner Wunsch zum Schluss: Unsere Facebook-Poweruser:innen-Zeiten sind ja seit ungefähr 2016 vorbei. Daher: Wenn es jetzt noch eine Möglichkeit gäbe, Verwandte davon abzuhalten, Conny-Dambach-Bilder im Familien-Whatsapp-Chat zu schicken, wären wir auch recht dankbar.

Author: James Fond