Doppelbesteuerung der Renten: Wer 2040 in Rente geht, hat das höchste Risiko

Am 31.5.2021 hat der Bundesfinanzhof zwei Urteile vom 19.5.2021 in Sachen doppelte Rentenbesteuerung bekannt gegeben. Auch wenn die Kläger aufgrund ihres noch relativ hohen steuerfreien Rentenanteils keine Doppelbesteuerung nachweisen konnten, hat der Bundesfinanzhof klargestellt, dass eine unzulässige Doppelbesteuerung für spätere Rentnerjahrgänge immer wahrscheinlicher werden wird, da der steuerfreie Anteil der Rente sich bis 2040 kontinuierlich bis auf Null verringert.HintergrundBei Renten mit Beginn bis 2004 war nur der sogenannte Ertragsanteil der Rente einkommensteuerpflichtig. Abhängig vom Alter des Bezugsberechtigten bei Rentenbeginn wurde lediglich ein Anteil von zirka 27 Prozent bis 35 Prozent der Rentenzahlung der Einkommensteuer unterworfen. Faktisch war auch dieser steuerpflichtige Anteil aufgrund des Grundfreibetrags und des Arbeitnehmer-/Rentnerpauschbetrags oftmals steuerfrei.Die Urteile des BundesfinanzhofsDas Verfahren X R 20/19 betrifft einen Kläger, der diverse private Rentenversicherungen sowie eine Rürup-Rente neben seiner gesetzlichen Rente hat. Das Finanzamt setzte für die gesetzliche Altersrente inklusive Höherleistungen einen Besteuerungsanteil von 58 Prozent (Rentenantritt 2009) und entsprechend einen steuerfreien Betrag von 42 Prozent an. Daneben wurden die privaten Leibrenten mit dem Ertragsteil in Ansatz gebracht. Der Kläger wandte dagegen ein, die Beiträge, die er aus versteuertem Einkommen gezahlt habe, seien höher als der steuerfreie Teil der Rente.

Author: James Fond